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1. Tag Samstag Anreise à Denver Sicherlich habt ihr in den letzten Tagen immer wieder auf die Uhr gesehen und am heutigen Morgen den Wecker eine halbe Stunde früher gestellt um euren Flug nicht zu verpassen. Mit dem mit Düsen bestückten Aluminiumvogel geht es heute über den großen Teich, mitten ins Herz der United States. Um die Journey so entspannt wie möglich zu beginnen, empfehle ich euch einen Direktflug mit der Lufthansa oder einer anderen adäquaten Airline nach Denver. Nach einem knapp elfstündigen Flug tauchen die Lichter der Landebahnmarkierung des DIA (Denver International Airport) auf. Alle diejenigen von Euch, die noch nie im „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ waren, werden schon hier am Airport sehen, dass hier alles etwas größer ist als bei uns in „good old Germany". Nicht umsonst ist der DIA der zur Zeit fünft verkehrsreichste Flughafen der Welt. Nachdem ihr alle Einreiseformalitäten erledigt habt, beginnt jetzt der eigentliche Urlaub. Welcome to the USA! Nach den ersten Ahs und Ohs geht es jetzt zuerst mal ins Hotel, wo Ihr eincheckt und ihr die Gelegenheit habt, euch frisch zu machen. Danach geht es zum Abendessen. Beim obligatorischen "Welcome Drink" lernt ihr eure Mitreisenden für die nächsten zwei Wochen kennen.
2. Tag Sonntag Denver à Georgetown Heute ist unser erster Tag in der „Mile High City“. Nach dem Frühstück gehen wir zu unserem Bike-Vermieter, der seinen Laden in unmittelbarer Nähe des Hotels hat und nehmen unsere Bikes in Empfang. Nachdem sich jeder von uns mit deren Bedienung vertraut gemacht hat, gibt es kein Halten mehr: „Rockies wir kommen“! Unser erstes Ziel heißt Boulder. Die bekannte Universitätsstadt ein paar Meilen nördlich von Denver erreichen wir ziemlich zügig. Bis hierhin haben sich dann ja auch alle an die Technik der Harleys gewöhnt und mit ihr vertraut gemacht. Nachdem wir die Stadt passiert haben, steht dem Fahrspaß nichts mehr im Wege. Weiter geht es nach Lions, wo wir auf den Ute Hwy abbiegen und, nachdem wir einige Bikerbars passiert haben, auf den St. Vrain Dr. wechseln. Der sich auf seiner wunderschönen, kurvigen Wegführung durch den Eagle Canyon schlängelt. Fahren und genießen in reinster Form, Natur pur, bewaldete Berghänge links und schroffe, nackte Felsformationen rechts wechseln sich ab und wir sind auf unseren „Iron Horses“ mitten drin. Spätestens hier hat sich der doch etwas strapaziöse Flug nach Denver schon bezahlt gemacht und gelohnt. Nach ca. 70 Meilen Fahrt durch zum Teil unberührte Natur erreichen wie Estes Park am Eingang des Rocky Mountain Nationalparks. Bevor es weiter geht machen wir hier unsere erste, etwas größere Pause.
Nachdem alle wieder frisch sind, geht’s weiter über die Trial Ridge Road durch den Park. Vor uns eröffnet sich eine der herrlichsten und schönsten Motorradstrecken, die ihr euch vorstellen könnt und es stellt sich euch mit Sicherheit mehr als einmal die Frage, ob es wichtiger ist, die Ideallinie zu finden, oder die grandiose Natur auf sich einwirken zu lassen. Ihr habt die Wahl. Wie auch immer ihr euch entscheidet, jede Entscheidung ist richtig! Es reiht sich Kurve an Kurve und eine Serpentine wechselt sich mit der nächsten ab und dies alles in einer grandiosen Naturkulisse. Im Laufe des Tages erreichen wir so auch den mit 3.713 Metern höchsten Punkt unserer heutigen Tour. Am Grand Lake verlassen wir den Park. Auf der US 34 schlängeln wir uns an den Ufern des Sees vorbei bis Granby. Hier legen wir nach gefahrenen 130 Meilen unseren ersten Tankstopp ein, bevor es auf der US40 weiter in Richtung Süden geht. Auch auf diesem Streckenabschnitt geht es wie am Vormittag weiter. Kurve folgt, bergauf - bergab, auf Kurve, Serpentine reiht sich an Serpentine. Hier ist es auch nicht ungewöhnlich, dass wir durch sich formierende, aufsteigende Wolkenfetzen fahren. Nach einigen Meilen verlassen wir den Araphao National Forrest und erreichen bald, nach ein paar Meilen auf der I-70, die Stadtgrenze von Georgetown, wo wir für heute unsere Bikes auf dem Seitenständer abstellen und übernachten.
Gesamtstrecke ca. 180 Meilen/290 Kilometer 3. Tag Montag Georgetown à Vernal Nach einer wohl hoffentlich geruhsamen Nacht geht es heute gegen ca. 8:00 Uhr, hoffentlich ohne Verspannungen und Muskelkater, weiter. Nachdem wir unsere Stahlrösser gefüttert haben, nehmen wir heute als erstes für einige Meilen die I-70 unter die Räder. Wir biegen aber schnell auf die 91 ab und erreichen nach kurzer Fahrt Leadville, wo wir heute dann auch frühstücken. Weiter geht es durch eine fast unberührte Natur, die stark an unseren Schwarzwald, bzw. das Allgäu erinnert, in Richtung Granite. Hier (der Ort heisst „Balltown“) biegen wir auf die 82 ab, passieren Twin Lakes und anschließend kurz darauf über den 3.689 Meter hohen Independence Pass. Hinter dem Pass säumen herrliche Birkenwälder unseren Weg. Nach nur ein paar weiteren Meilen erreichen wir dann den wohl allen bekannten Wintersport der „Schönen und Reichen“ Aspen. Nach einigen Ahs und Ohs und nachdem wir evtl. einen der Celebrities getroffen haben, geht es nach dem Tanken weiter auf dem Hwy 82. Wir passieren Aspens Flugplatz und fahren weiter durch ein unbeschreiblich schönes Naturpanorama, fahren vorbei an Basalt und erreichen bei Glenwood Springs wieder die I-70, deren Verlauf wir, parallel zum Colorado River ein paar Meilen in Richtung Westen folgen. Bei Rifle biegen wir auf den Hwy 13 in nördlicher Richtung ab. Übrigens: Ganz bewusst erst an dieser Stelle erwähnt. Wer will, darf hier auch „oben ohne“, d.h. ohne Helm fahren, da weder hier in Colorado, noch in den anderen US-Bundesstaaten, die wir durchfahren, Helmpflicht besteht. Entscheiden muss dies allerdings jeder für sich.
Nachdem wir die letzten Meilen immer auf etwa der gleichem Höhenniveau gefahren sind, geht es jetzt wieder auf breit ausgebauten Straßen bergauf. In einer unbeschreiblich schönen Landschaft und Natur reiht sich wieder Kurve an Kurve. Wer schon mal eine meiner West-Touren mit mir gefahren ist und jetzt dabei ist wird hier bestätigen können, wie unterschiedlich und faszinierend doch dieses grandiose Land ist. Damit ihr euch euren eigenen persönlichen Eindruck von dieser atemberaubenden Strecke machen könnt, habt ihr die Möglichkeit von Rifle bis zur Junction des Highway 64 jeder für sich alleine so zu fahren, wie er will. Wir treffen uns alle an der Kum & Go Gasstation wieder, bevor wir zusammen auf der sixtyfour weiterfahren. Die Streckenführung geht hier über weite Strecken durch bewirtschaftetes Farmland und zum Teil parallel vorbei an den Ufern des White Rivers bis nach Rangley. Hier haben wir die Möglichkeit zu tanken, bevor in Richtung Dinosaur weiterfahren. Kurz hinter Dinosaur überqueren wir auf dem Hwy 40 die Grenze zu Utah und somit zum zweiten von acht US Bundesstaaten, durch die unser Trip insgesamt führt und nehmen die letzten Meilen bis Vernal für den heutigen Tag unter die Wheels. Unweit von unserem Hotel nehmen wir dann in Cassidy’s Club unser Dinner ein, gefolgt von einigen Drinks im Getaway Saloon, wo wir den Tag noch einmal Revue passieren lassen.
Gesamtfahrstrecke ca. 330 Meilen/ 530 Kilometer 4. Tag Dienstag Vernal à Jackson Nach einer hoffentlich guten Nacht und einem reichhaltigen Breakfast geht’s „on the road again.“ Wir starten heute auf dem Hwy 191 in Richtung Rock Springs. Wieder geht’s auf gut ausgebauten Traumstraßen Richtung Norden... Banal ausgedrückt: „Life is a highway“! Wir erreichen den Flaming George Damm und legen hier eine kurze Zigaretten- und Fotopause ein. Von hier aus dürft ihr wieder auf einer Straße, die sich Richtung Norden schlängelt jeder für sich alleine fahren. Auf dieser Strecke bis zu unserem Treffpunkt am Sinclair Truckstopp auf der linken Seite zur Auffahrt auf den I-80 überquert ihr die Grenze zum 3. Bundesstaat der Tour, Wyoming. Hier sollte jeder nach seinem Eintreffen voll tanken, damit wir, wenn wir alle wieder zusammen sind, gemeinsam weiterfahren können. Wir erreichen Eden, wo wir noch mal eine kurze Pause machen, bevor es in Richtung Bommerlunder... Richtung Norden weitergeht. In Pinedale bremsen wir vor Erreichen unseres Tageszieles erneut ab und machen vor unserem Tagesziel Jackson die letzte „break“. Ab hier steigt dann wieder die Landscape und somit die Straßenführung unweigerlich an. Ist man vorher durch eine landwirtschaftlich bewirtschaftete, bzw. Prärielandschaft gefahren, sind jetzt wieder die Hänge und Hügel, die wir rechts und links passieren, mit Nadelgehölzen bewaldet. Die letzten 70 Meilen des heutigen Tages führen und durch ein wunderschönes Waldgebiet. Aufpassen!!! Hier auf diesem Streckenabschnitt solltet ihr jederzeit bremsbereit sein, da hier plötzlich auftretender Wildwechsel keine Seltenheit ist und die Tiere von ihrer Art her nun mal eine Nummer größer sind als bei uns in „good old germany“. Am Hotel angekommen, stellen wir die Bikes auf den Sidestand, richten uns häuslich ein und sehen im Anschluss daran, dass wir etwas zwischen die Zähne bekommen, bevor wir den Abend bei einem oder mehreren kühlen Blonden in der Million Dollar Cowboy Bar ausklingen lassen.
Gesamtfahrstrecke ca. 208 Meilen/ 335 Kilometer
5. Tag Mittwoch Jackson à Cody Heute zeige ich euch den Yellowstone National Park (YSNP). Der Park wurde am 1. März 1872 gegründet und war damit der erste Nationalpark der Welt. Heute werden wir früh aufstehen, damit wir etwa zur Zeit des Sonnenaufgangs im Park sind. Dies ist die beste Zeit, bzw. Möglichkeit, die im Park wild lebenden Tiere wie Wölfe, Grizzly- und Schwarzbären, etc. zu sehen und vor die Objektive der Kameras zu bekommen. Neben den Animals hat der Park aber noch mehr zu bieten. Über West Thumb fahren wir zum Old Faithfull (der alte Getreue), einer der bekanntesten Geysire der Erde. Nach seiner regelmäßigen Eruption kann man fast die Uhr stellen. Zwischen zwei Ausbrüchen liegen meist zwischen 65 und 92 Minuten. Mit einer 30-55 m hohen Wassersäule, die zwischen 1,5 und 5 Minuten anhält und zwischen 14.000 und 32.000 Liter Wasser verspritzt, hat er eine beeindruckende Höhe. Von hier aus geht’s weiter, vorbei an mehreren kleineren Geysiren, in Richtung Norden nach Madison. Da sich mittlerweile aber wohl bei allen der Hunger meldet, wird erst einmal gefrühstückt. Heute mal in freier Natur und unter freiem Himmel an einem kleinen Lake in mitten des YSNP. In dieser Gegend besteht auch durchaus die Möglichkeit, dass wir mit frei lebenden Bisons auf Tuchfühlung gehen.
Weiter geht unser Run Richtung Norden und wie ihr euch sicher vorstellen könnt, mit Kurven, Kurven und nochmals Kurven in einem sich ständig veränderndem Panorama. Unser nächstes Ziel ist Mammoth Hot Springs, der für heute nördlichste Teil unserer Tour. Von hier aus geht es wieder in südlicher Richtung weiter und wir erreichen bei Tower Falls einen gigantischen Wasserfall, wo wir nochmals einen Fotostopp einlegen. Für all diejenigen, die von „fallendem Wasser“ nicht genug bekommen können, steigen wir bei Canyon Village, wo sich der Upper und der Lower Fall in die Tiefe stürzen, noch mal kräftig in die Eisen. Der Tag hier im Park vergeht im Fluge. Trotz allem müssen wir weiter, um unser Tagesziel zu erreichen. Also ab nach Süden. Wir passieren Fishing Bridge, direkt am Ufer des Yellowstone Lake und erreichen über die I-14 und den Sylvan Pass den East Entrance, also dem östlichen Ein- bzw. Ausgang des YSNP. Nachdem wir heute einige Büffel gesehen haben, ist es sicherlich nicht verwunderlich, wenn unser heutiges Tagesziel die Stadt Cody ist, die nach dem Nachnamen von „Buffalo Bill“, der diese Stadt 1896 gegründet hat, benannt ist. Hier checken wir im Cowboy Village, einer hochwertigen Hotelanlage mit massiven und komfortablen Blockhäusern ein. Nach einem guten Abendessen bietet sich uns als Highlight des Abends ein waschechtes Rodeo.
Gesamtfahrstrecke ca. 290 Meilen/465 Kilometer
6. Tag Mittwoch Cody à Cody Nachdem ihr gestern Abend nach einem langen Tag sicherlich todmüde in eure bequemen Betten gefallen seid, geht es heute ganz gemütlich zu. Ihr habt frei und die Bikes bleiben im Stall. Cody hat viel zu bieten. So befindet sich hier auch das hierher umgesetzte Geburtshaus von Buffalo Bill Cody, das historische Irma Hotel mit der alten Cody-Bar, das Buffalo Bill Historical Center, welches verschiedene Museen beherbergt. Weiterhin das Original Buffalo Bill Museum und das Monument Buffalo Bill Cody - the Scout aus dem Jahr 1923. Wer keine Lust hat, sich mit der Vergangenheit in gut klimatisierten Museen zu beschäftigen, kann auch einfach nur relaxen und am beheizten Pool mit einem coolen Drink abhängen. Jeder so, wie er will…
Gesamtfahrstrecke ca. 0 Meilen/0 Kilometer
7. Tag Freitag Cody à Bowman Nach dem freien Tag von gestern wollen wir heute unseren Steelhorses nach dem Tanken wieder die Sporen geben. Wir fahren erstmal auf der 120 in Richtung Norden, biegen auf den Hwy 296 ab und überqueren den Dead Indian Pass. Ihr werdet es schon vermuten, wie schon an unserem letzten Tag „on the road“ geht es auch heute wieder los mit nicht enden wollenden Kurven auf gut ausgebauten Straßen. Wir erreichen und passieren Painter und wechseln nordwärts auf den Federal-Hwy 212. Jetzt liegt eines der Highlights des heutigen Tages vor uns. Der Beartooth Pass mit einer Gesamtlänge von 49,9 Kilometern und einem Höhenunterschied von 1.735 Metern. Hierbei überqueren wir auch die Grenze von Wyoming nach Montana und erreichen Red Lodge. In Hanks Place, einem typisch amerikanischen Diner, gibt’s dann das Frühstück. Frisch gestärkt geht es durch bewirtschaftetes Farmland weiter in Richtung Norden. Wir passieren Roberts, Boyd und Joliet und wechseln bei Laurel auf den I-90, erreichen kurz darauf Billings und halten uns weiter Richtung Hardin.
Ab hier darf jeder die nächsten etwa 50 Meilen mal wieder alleine fahren, wobei uns unser Weg wieder durch Prärieland führt, wie wir sie aus ungezählten Western kennt. Von Hardin aus touren wir entlang an den Ufern des Bighorn River über den Hwy 47 in Richtung Norden bis zur I-94. Ab hier dürft ihr abermals, jeder wieder für sich, alleine durch die Weiten Montanas so fahren wie er möchte, bevor wir uns bei Miles City wieder treffen und gemeinsam weiter fahren. Nachdem dann auch der letzte von euch eingetrudelt ist, heißt es wieder mal „start your engines“ und wir machen uns auf den Weg über die US12 über Plevna nach Baker. Nachdem wir doch viele Meilen durch eine nicht so attraktive Landschaft gefahren sind, ändert sich das, nachdem wir auf die US 12 abgebogen sind, und dem Auge bieten sich wieder ständig wechselnde Reize. Hier in Baker machen wir nach langen 85 Meilen eine letzte Pause, bevor wir die restlichen Meilen zu unserem Tagesziel unter die Räder nehmen. Ein paar Meilen hinter Baker überqueren wir die Grenze nach North Dakota. Wir passieren Marmarth und Rhame, bevor wir unser heutiges Ziel Bowman erreichen.
Gesamtfahrstrecke ca. 410 Meilen/660 Kilometer
8. Tag Samstag Bowman à Deadwood Heute starten wir nach dem Frühstück von unserem Hotel direkt am Highway 85 zu einer relaxten Tour. Durch herrliches grünes Ackerland brechen wir auf in Richtung Süden, nach Buffalo. Schon nach knapp 17 Meilen überqueren wir die Grenze von North- nach South-Dakota und erreichen damit den 6. Bundesstaat unserer 8-Staaten Journey. Auf halber Strecke passieren wir Redig und Ludlow. Am Horizont tauchen jetzt die ersten Gipfel der Black Hills Mountains auf und wenig später erreichen wir Belle Fourche. Schon hier im Grenzgebiet zu den Black Hills beginnt wieder der richtige Fahrspaß auf kurvenreichen Pisten. Hier biegen wir wieder ab in Richtung Westen und überqueren auf dem Hwy 34 wieder einmal die Grenze nach Wyoming und durchfahren die „Großstadt“ (lt. Ortschild 15 Einwohner) Aladdin. Durch herrliches grünes Farmland der Bear Lodge Mountains geht die Tour weiter, wir passieren auf der 24 Alva und erreichen schließlich Hulett. Wir folgen dem Highway weiter in Richtung Süden und haben ein par Meilen weiter südlich die „Unheimliche Begegnung der 3. Art“. Wir stehen vor dem „Devils Tower“. Dieses National Monument diente in dem 1977 von Steven Spielberg gedrehten Film mit Richard Dreyfuss als Hauptkulisse, eine nicht zu unterschätzende Hauptrolle. Seitdem ist das weithin sichtbare Wahrzeichen im östlichen Wyoming ein beliebtes Ausflugsziel. Keine Frage, der 264 Meter hohe, seit 1906 unter Naturschutz stehende Teufelsturm aus vor 60 Millionen Jahren erkalteter Magma hat schon etwas Magisches. Wir bringen unsere „Iron Horses“ zum halten und verewigen „Mateo Tipi“, wie die Indianer ihn als „Bau des Bären“ bezeichnen auf den Speicherchips unserer digitalen Knipskisten. Anschließend und mit vielen neuen Eindrücken und Impressionen nehmen wir den Hwy 24, wieder in südlicher Richtung, unter die Räder. Bei Devils Tower Junction wechseln wir auf den Hwy 14 in Richtung Sundance, wo wir auf die I-90 wieder in Richtung Osten wechseln.
Wir lassen Beulah links liegen und überqueren wenig später wieder die Borderline nach South-Dakota. Unser nächstes Ziel ist das Städtchen Sturgis. Das kleine Nest erwacht einmal im Jahr in der ersten Augustwoche aus seinem Dornröschenschlaf und wird zur Pilgerstätte hunderttausender Harleytreiber aus der ganzen Welt. Nämlich dann, wenn hier die „Sturgis Bike-Week“ oder wie sie auch genannt wird, die „Black Hills Rally“ über die Bühne geht. Dann steht hier auf der sonst fast menschenleeren Mainstreet ein Bike neben dem anderen und in den Saloons steht man in Zehnerreihen am Tresen. [Bei der dritten Tour vom 25. 7. – 9. 8. 2009 könnt ihr euch hiervon vor Ort selbst überzeugen, da wir dann genau zur Rallyzeit hier in Sturgis unsere Bike parken.] Nach einem letzten Stopp im Knuckle Saloon setzen wir unseren Weg fort zu unserem Tagesziel dem 1876 gegründeten Städtchen Deadwood. Hier werden wir, in direkter Nachbarschaft des Revolverhelden Wild Bill Hickok und der Western-Heldin Calamity Jane, die hier auf dem Boothill ihre letzte Ruhe fanden, für die nächsten zwei Tage unser Quartier aufschlagen. Neben diesen beiden hielten sich auch die beiden berüchtigten Revolverhelden Doc Holliday und Wyatt Earp in Deadwood auf und sorgten hier regelmäßig für Gun-Fights. Diese können wir abends, hier nachgestellt, vor diversen Hotels fast wie vor über 100 Jahren mitverfolgen.
Gesamtfahrstrecke ca. 260 Meilen/420 Kilometer
9. Tag Sonntag Deadwood Heute haben wir auf historischem Boden einen freien Tag und jeder darf wieder machen, was er möchte! Möglichkeiten gibt es hier viele. Wer mag, kann sich einen faulen Tag in Deadwood genehmigen. Der ambitionierte Hardcore-Biker kann noch mal einen Abstecher nach Sturgis machen und dort evtl. das Sturgis Museum and die Hall of Fame besuchen. Oder ihr besucht die mit ca. 62.000 Einwohnern zweitgrößte Stadt von South Dakota, Rapid City. Wenn ihr schon mal unterwegs seid, solltet ihr den Weg zum Mount Rushmore unter die Räder nehmen und euch die Zeit nehmen, das National Monument zu besuchen. Der Mount Rushmore verdankt seinen Namen dem New Yorker Anwalt Charles Rushmore, der ursprünglich die Goldschürfrechte für das Gebiet erworben hatte. Das Mount Rushmore National Memorial ist eine Gedenkstätte, die aus monumentalen Porträtköpfen der vier (bis zur Zeit seiner Erstellung) bedeutendsten und symbolträchtigsten US-Präsidenten besteht. Jedes Porträt ist 60 Fuß (18,3 m) hoch. Dargestellt sind von links nach rechts die Präsidenten George Washington (Baubeginn 1930), Thomas Jefferson (1936), Theodore Roosevelt (1939) und Abraham Lincoln (1937).
Vor dem Denkmal sind Ausschnitte aus berühmten Reden der vier Präsidenten auf Schrifttafeln zu lesen. Das Mount-Rushmore-Nationaldenkmal wird auch als Shrine of Democracy (Heiligenschrein der Demokratie) bezeichnet. 25 km südlich vom Mount Rushmore entsteht derzeit das Crazy Horse Memorial. Das Crazy Horse Memorial ist eine im Bau befindliche Skulptur zu Ehren des Oglala-Lakota-Indianers Crazy Horse, die ähnlich wie das Mount Rushmore National Memorial in einen Berg gehauen wird, jedoch um ein Vielfaches größer. Was immer ihr auch macht, ich denke es wird mit Sicherheit ein abenteuerreicher Tag! (wenn Ihr moechtet Guide ich euch)
Gesamtfahrstrecke abhängig von euren Unternehmungen 10. Tag Montag Deadwood à Cheyenne Nach einer hoffentlich angenehmen Nacht mit schönen Träumen werden heute zuerst unsere Steelhorses mit Futter versorgt, bevor wir den Hwy 385 in Richtung Silver City unter die Räder nehmen. Die Tour führt uns durch die kurvenreichen, bewaldeten Hügel der Black Hill Mountains vorbei am Pactola Lake. Wenig später fahren wir durch Hill City, einer sehenswerten kleinen Westernstadt. Weiter geht es in Richtung Custer. Auf dem Weg hierhin passieren wir das National Monument Mount Rushmore und lassen einige Meilen weiter südlich das Crazy Horse Monument links liegen. Locker und entspannt erreichen wir auf sich windenden kurvenreichen Straßen Pringle, wo wir in südwestlicher Richtung auf den Statehighway 89 fahren. Am Ende des Highways geht es über den Hwy 18 weiter nach Edgemont. Hier verlassen wir die Black Hills endgültig. Kurz hinter Edgemont überqueren wir wieder mal die Grenze zu Wyoming, bevor wir den Hwy 85 erreichen, auf dem wir in Richtung Süden abbiegen. War unsere Fahrstrecke in den letzten Stunden von einer bewaldeten Hügellandschaft geprägt, bewegen wir unsere Bikes jetzt durch Farm- und Prärieland. Land in unendlichen Weiten und soweit das Auge reicht.
Wenn ich nicht genau wüsste, dass ich im 21. Jahrhundert leben würde, wäre ich nicht übermäßig verwundert, wenn mir hinter der nächsten Anhöhe Sitting Bull mit seinen Kriegern entgegen kommen würde. Aber hier und heute in der amerikanischen Neuzeit erreichen wir Lusk und spätestens hier, an der Zapfsäule der Tankstelle, sind die Gedanken an die Indianer und ihre Ponys endgültig verschwunden. Ab hier ist es auch mal wieder die Zeit, euch alleine auf den „Kriegspfad“ zu schicken und jedem die Möglichkeit zu geben so zu fahren wie er möchte. Auf diesem Teil der Strecke durchfahrt ihr Jay Em und Lingle. Weiter geht es auf der 85 bis Torrington, wo wir uns an der ersten „Frontier“ Tankstelle auf der linken Seite treffen. Von hier aus nehmen wir dann wieder gemeinsam die letzten knapp 100 Meilen zu unserem Ziel, der Hauptstadt des Bundesstaates Wyoming, Cheyenne aufs „Korn“. Die reißen wir gemeinsam ganz entspannt auf dem Hwy 85 runter, wo wir kurz vor unserem Ziel noch mal auf die I-25 wechseln müssen. Nachdem wir im Hotel all unsere „Habseligkeiten“ untergebracht haben und uns von der Tour erfrischt haben, gibt es am Abend im Outlaw-Saloon saftige Steaks und coole Drinks.
Gesamtfahrstrecke ca. 315 Meilen/507 Kilometer
11. Tag Dienstag Cheyenne à Ogallala Waren es gestern ein paar Meilen mehr, die wir abgespult haben, wird unsere Tour heute sehr entspannt. Nach einem relativ späten Frühstück geht es heute von Wyomings Maintown über den Hwy 30 in Richtung Osten. Unser heutiges Ziel ist Ogallala am Lake McConaughy in Nebraska. Nachdem wir die Stadtgrenzen von Cheyenne verlassen haben, wird’s wieder ländlich. Bei Pine Bluffs überqueren wir die Grenze nach Nebraska. Wir passieren Bushnell, Kimbal und Sidney. Richtig gelesen, Sidney. Wir haben uns nicht verfahren und sind in der australischen Großstadt gelandet, sondern passieren gerade mal eine etwas größere Stadt hier in Nebraska mit gerade mal etwas mehr als 5.000 Citizens. Der gesamte Streckenverlauf wechselt hierbei ständig zwischen riesengroßen Feldern, bzw. Weideflächen ab. Zeitweilig verläuft der Schienenstrang der Union Pacific parallel zu unserem Highway und verläuft sich irgendwo im Horizont. Der ist eigentlich nicht richtig auszumachen, so weitläufig sind die Weiten des Landes.
Wir sind hier im wahrsten Sinne des Wortes die „Kings of the Highway“, denn Verkehr findet hier so gut wie gar nicht statt und wir begegnen kaum einem anderen Fahrzeug. Auch ist Nebraska nicht der US-Bundesstaat, der an Überbevölkerung leidet. Ab und an passieren wir ein paar kleine Villages oder Farmen. That’s it. Entspannt fahren wir weiter in Richtung Ogallala, wo wir kurz vor der Stadtgrenze links auf die 61 zum Lake McConaughy abbiegen und wir unser heutiges Tagesziel erreichen. Wir wohnen hier heute in rustikalen Cabbins direkt, nur durch eine Straße getrennt, am See. Hier lassen wir uns anschließend dann auch die Sonne auf den Bauch scheinen und können in die kühlen Fluten springen. Abends dann gibt es an den Ufern des Lakes ein selbst organisiertes BBQ mit allem was dazu gehört. Das Leben kann einfach nur schön sein und schöner kann auch ein Tag auf einer Harley kaum enden.
Gesamtfahrstrecke ca. 180 Meilen/290 Kilometer
12. Tag Mittwoch Ogallala à Colorado Springs Nach unserer ausgelassenen Grillparty am See geht es heute, hoffentlich ohne „dicken Kopf“, weiter. Vom Hotel aus geht es auf dem State Highway 61 durch Ogallala und weiter in Richtung Süden. Wie schon gestern führt uns unser Weg auch heute rechts und links durch fruchtbares Ackerland mit einer unendlichen Weite. Wir passieren Grant und Imperial. Kurz hinter dem Örtchen Benkelman überqueren wir den Republican River und fast zeitgleich auch die Staatsgrenze zu Kansas, dem letzten US-Bundesstaat unseres 8-Staaten Runs. Hier wird die 61 zur 161, der wir bis Bird City folgen, bevor wir hier auf den Hwy 36 wieder in Richtung Westen abbiegen, auf dem wir auch St. Francis erreichen. Hier betanken wir unsere Bikes, bevor wir wenig später wieder die Grenze von Kansas zu Colorado passieren, dem Bundesstaat, wo unsere Journey begann und den wir ab jetzt auch nicht mehr verlasen werden. Wir touren vorbei an Idalla, passieren Cope und biegen bei Last Chance auf den Highway 71 ab und fahren wieder Richtung Süden. In Limon gibt es wieder ein paar Gallonen Sprit für die Bikes. Anschließend geht es weiter auf dem Hwy 24 in Richtung Südwest, der uns über Matheson, streckenweise vorbei am Sandy Creek nach Calhan führt. Wir lassen die Örtchen Peyton und Falcon links liegen und erreichen kurze Zeit später unsere heutige Destination Colorado Springs, mit rund 380.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Colorados. Colorado Springs liegt rund 100 km südlich von Denver an den Ausläufern der Rocky Mountains - am Fuß des Pikes Peak. Hier checken wir im Hotel ein und verbringen einen gemütlichen Abend in einer New Yorker Pizza in Downtown.
Gesamtfahrstrecke ca. 330 Meilen/530 Kilometer
13. Tag Donnerstag Colorado Springs à Denver Keine Frage, heute steigen wir sicherlich mit Wehmut auf unsere Bikes, die uns in den letzten knapp 2 Wochen zuverlässig durch 8 Bundesstaaten der United States getragen haben. Nachdem es in den letzten Tagen einige Meilen geradeaus ging, wollen wir doch heute mal sehen, ob ihr das Kurven fahren nicht verlernt habt. Nach dem Breakfast in unserem Top-Hotel geht es erst mal auf der I-25 raus aus der Stadt. Nach nur ein paar Miles biegen wir ab und fahren auf dem Hwy 24 in Richtung Nordwesten. Vor uns tauchen am Horizont wieder die Ausläufer der Rockies auf, deren Gipfel zum Teil von Wolken umhüllt sind. Wir passieren Colorado City und fahren durch den Red Rock Canyon und erreichen Manitou Springs. Wieder ein Tag nach unserem Geschmack, mit vielen Kurven. Wir fahren weiter durch Woodland Park. Die Szenerie erinnert streckenweise an Touren bei uns in der Eifel in „good old Germany“, nur mit dem Unterschied, dass hier Wölfe in freier Natur leben und mit etwas Glück auch zu sehen sind. Wir fahren vorbei am Lake George und lassen bei moderater Fahrweise die Natur auf uns wirken. Als Gott diesen Teil der Welt erschaffen hat, muss er wirklich einen guten Tag gehabt haben und an uns Biker gedacht haben. Bei Hartsel biegen wir auf den Sate-Highway 9 in Richtung Fairplay ab. Auf den letzten Meilen auf unseren Bikes werden wir zum Abschied von der grandiosen Landschaft noch mal so richtig verwöhnt. Einfach schauen und die Natur „erfahren“.
In Fairplay biegen wir auf die 285 ab und bezwingen wenig später den Red Hill Pass. Anschließend, nur ein paar Meilen später hinter Como und Jefferson, den Kenosha Pass. Wir fahren über Grant, Shawnee und Conifer, bevor wir bei Kittredge noch mal kurz auf die 470 und anschließend auf die I-25 abbiegen. Auf den letzten Meilen auf unseren V-Twins zeigte sich Colorado noch mal von seiner reizvollsten und schönsten Schokoladenseite. Fahrimpressionen, an die ihr zurück in der Heimat sicherlich noch lange denken werdet. Jetzt auf der I-25 nähern wir uns wieder der Großstadt und sind bald zurück in Denver. Zum letzten mal stellen wir „unsere“ Bikes beim Vermieter auf dem Sidestand ab, streicheln zum letzten mal über den Tank des Big-Twin und schießen unser letztes Erinnerungsfoto. Ab jetzt sind wir wieder Pedestrians, oder zu gut deutsch Fußgänger. Den Rest des Tages verbringen wir sicherlich mit einiger Wehmut und Erinnerungen an eine grandiose Motorradtour in der Bar unseres Hotels(wo freitags und Samstag Party ist)!
Gesamtfahrstrecke ca. 190 Meilen/305 Kilometer
14. Tag Freitag Denver Nach wohl einem etwas längerem Abend in der Hotelbar ist heute Ausschlafen angesagt. Es ist nach vielen schönen Meilen auf unseren Bikes in den letzten knapp zwei Wochen wieder unser erster motorradfreier Tag. Zur Erinnerung, wir sind wieder Fußgänger. Kein Grund, um Trübsal zu blasen. Heute kann jeder genau das machen, was er möchte, oder wir machen zusammen eine Tour nach Downtown Denver. Die „Mile High City“ mit über 550.000 Einwohnern hat viele Gesichter und vieles zu bieten. Langeweile kommt hier mit Sicherheit nicht auf. Wie auch immer ihr euch entscheidet den Tag zu verbringen, ich wünsche euch viel Spaß dabei! Am Abend treffen wir uns dann zur Abschiedsparty in der Hotelbar. Nach einem letzten Abschiedsdrink sage ich euch Good bye, hope to see you again. Wenn ihr Lust habt, nehme ich euch gerne wieder auf eine meiner anderen Touren mit.
„You are always welcome“. Euer JC 15. Tag Back home Heute ist endgültig der Tag, an dem wir uns verabschieden müssen. Vom Hotel aus könnt ihr mit dem Bus-Shuttle zum Airport fahren. Ich wünsche euch einen angenehmen Flug. Farewell and see you all again...
PS: Wer bei dieser Tour auf den Geschmack gekommen ist und sich nur mit Wehmut von „seinem“ Bike trennen konnte, dem kann geholfen werden. Durch den z.Zt. immer noch günstigen Dollarkurs kann ich euch selbstverständlich auch jederzeit günstige Bikes besorgen. Ihr sagt mir, welches Modell und Baujahr ihr gerne hättet und ich sehe, was ich euch anbieten kann. Die Bikes werden dann hier zum günstigen Dollarpreis von mir besorgt und via Container nach Germany verschifft. Es besteht sogar die Möglichkeit, die TÜV-Abnahme für euch in einer autorisierten Werkstatt durchführen zu lassen, oder ihr führt die notwendigen technischen Umrüstungen in Eigenregie durch. Ihr entscheidet. Sicherlich ist dies die preiswerteste Alternative, Eigentümer einer Harley zu werden!
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